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.::. The Porters - Live bei Oi! - The Weekend am 14/02/2003 .::.
.::. The Porters .::.
.::. Martin .::.

The Porters eröffneten Oi! - The Weekend im Benrather Hof, Düsseldorf, mit selbstgeschriebenen Singalong "The Porters". Sänger Mark O'Porter alias Böhle stieg direkt hart ein und The Porters zeigten ihre wahre Bestimmung: Live, laut und dreckig! Mit "Galway Bay" und "Leaving of Liverpool" untermauerte Böhle diesen Eindruck und bewies mit seiner wahrlich genialen Art der Interpretation irischer Traditionals, wie Punk-meets-Irish-Folk zu klingen hat: Versoffen und leidenschaftlich. Nicht von ungefähr wurde "A tribute to Arthur Guinness" zum Album des Monats, denn es läuft bei mir täglich und überall, wo ich einen Player unbewacht entdecke, beschalle ich die Menscheit mit The Porters.-

Die Band selbst ist ja ein Allstarmix von 4 Promille, Emscherkurve 77/Sondaschule, Colt .45 und Stage Bottles (genaue Infos im Interview). Durch die Bank weg wurden hier die wunderbaren irischen Traditionals auch mit viel Liebe umgesetzt. Volker am Banjo, Kuub am Akkordeon und Olaf an der Tin Whistle unterlegten die Songs mit authentischem Sound. Das Konzert liegt mir als Video vor und ziehe mir gerne noch einmal diese Stimmung rein. Für "Off to Dublin in the green" wechselt Nick ans Mikro und fügt der Zeile "...some fight for silver, some men fight for gold.." statt dessen "...the Yanks fight for oil" zu. Yes, Hut ab zu dieser eindeutigen Stellungnahme. Seine Gesangsart übrigens, ebenfalls gemäss dem Porters-Motto "We drink beer", also 100% pubtauglich.

.::. Volker .::.
Dann steigt Böhle mit "Tell me Ma" wieder ein und die ersten Nasen hüpfen begeistert vor der Bühne rum: Iropunx, Bootboys und -mädels. Böhle dreht auf und verliert die Kappe. Danach folgt "Danny Farrell" und das Publikum ist geknackt, na also, geht doch - Partystimmung, wie es einem Oi!-Festival geziemt.-

Ruhigere Töne mit "Whiskey on a sunday", getragen vor allem durch Olafs Tin Whistle. Dann eins meiner Lieblingslieder: "Green Fields of France", einem Antikriegssong. Olaf singt diesen mit ganzer Seele, und man kauft ihm ab, dass er jedes Wort ernst meint, wie er schon im Inti herausstellte.

Dann erweist sich der Veranstalter* erneut als Arsch, denn den Porters wurde die Zeit dermassen gekürzt, dass ständig "nur noch 10 Minuten" gebrüllt wurde. (*Schöne Grüsse übrigens, Du DoppelNull - Anti-Heroes bedankt sich für Dein kollegiales Verhalten gegenüber Fanzines. Ich hoffe, daß Du vor Sorge um die Abendkasse keiner Herzattacke erlegen bist).

Als Abschluss dann "Irish Soldier Laddie" und "The Molly McGuires" - und leider keine Zugabe, für die eine Pubversion von "Leaving of Liverpool" und "4 grüne Felder" vorgesehen waren.
.::. Nick, Mark & Martin .::.
Eilig stürmt man von der Bühne. Einige Kollegen, die extra für Porters aus Trier gekommen waren, stehen verdutzt vor der Bühne, sie hatten nur noch das Ende mitbekommen - und fuhren direkt wieder nach Hause, "... weil das Beste ja schon vorbei ist...".

An dieser Stelle möchte ich ebenfalls zu den unseligen Vergleichen Stellung nehmen, die in Punkto Dropkick Murphys, Real McKenzies und dem sogenannten Sprung auf den auffahrenden Zug so rumgeistern... Seit den Achtzigern vermisse ich die Stimmung, die bei den Pogues-Konzerten bei mir aufkam. Ich habe mir die DM live reingezogen, ich habe mir Real McKenzies reingepfiffen, alles klasse Bands. Doch es ist ein Unterschied, ob ich Punk spiele, und traditionelle Instrumente mit einbeziehe - oder ob ich Traditionals spiele, und diese möglichst dirty. -
The Porters sind wie geschaffen für diese Lücke - Saschas punktgenaues, kraftvolles Drumming und Martins treibender Bass, dazu die Fähigkeit, in nur einer Viertelstunde dem Mop zum Kochen zu bringen, machen The Porters zu legitimen Nachfolgern einer wieder aufblühenden Musikrichtung: Folkpunk. Und wer anderer Meinung ist, kann sich gerne bei mir die Antwort dazu abholen....
Jetzt genehmige ich mir erst mal ein Glas Tullamore Dew, und drehe die Platte noch einmal um! Cheers!
JazZ "O'Porter"
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