<< Platte des Monats Juli 1999 >> [Big Rude Jake]
.::. Big Rude Jake - Juli 1999 .::.
CD - Roadrunner Records - RR 8672-2
Wie hätte Punk in den Vierziger Jahren geklungen? Na wie Swing Punk.
Jake in seinen eigenen Worten über Swing Punk... "Big Rude Jake is a band outta Toronto that has been operating and developing its sound for seven years; we call our sound Swing Punk. We play Swing Punk because I am the Swing Punk...I'm the punk that likes it when it swings. I think that I've had a natural process from being a punk rocker back in music... I started listening to sixties ska and fifties rockabilly, and from there people introduced me to swing music... When it came time for me to form a band, I really decided that something that swung would be more to my liking, but the punk attitude was still there... that's kinda how the sound kinda came out... we've had a couple of new inspirations over the years, but that's kinda been the main thrust."
Eine perfekte Fusion aus Swing und Punk im Mischungsverhältnis 2 : 1.
Punkige Highlights: "Dinner With The Devil", und das dreckige "Let's Kill All The Rockstars", Swing-Highlight: Die Singleauskopplung "Queer For Cat".
[Cherry Poppin' Daddies]
.::. Soul Caddy - Oktober 2000 .::.
CD - Mojo Records - 159 353-2
Schon mal an Süßigkeiten überfressen? Vor allem, wenn man Gummibärchen, Weinbrandbohnen und Erdnüsse gemischt hätte? Hier werden Glamrock, Swing, Punk und sogar R'n'B (!) auf einer Platte vereint - das sorgt bei manchem - aber nicht bei allen - für Bauchschmerzen. "Soul Caddy" ist eine sehr bunte Mischung und dennoch für die Cherry Poppin' Daddies eine eher ruhigere Platte - und garantiert eher was für die Verliebten und Smoothen unter Euch. Der Swing ist deutlich in den Hintergrund gerückt und neue Wege wurden gesucht. Kein Wunder, denn der Hype um den New Swing ist vorbei.
Der Opener "Diamond Light Boogie" verstört als androgyner Boogie Woogie erst einmal den Zuhörer. Doch Song 2 "Swingin' With Tiger Woods (The Big Swing)" versöhnt schon wieder, ein Swingstück allererster Sahne. Punkrock pur mit "God Is A Spider" und dann wird es seichter: "Stay, Don't Just Stay (If You're Gonna)" ist poppig und verbreitet gute Laune. "Grand Mal" wirkt noch ruhiger, die Carpenters oder Meat Puppets hätten hier Pate stehen können. "Soul Cadillac" ist eine eher ruhige Swingnummer, die Orgel spielt einen Ska-Offbeat. "Irish Whiskey" ist der zweite punkige Song.
Mit "So Long Toots" wieder Swing, "My Mistake" ist fast schon R'n'B, "End Of The Night" wieder Swing und "Bleeding Ceremony" passt mit 70er-Hardrock-Riffs nun gar nicht hierher. "Uncle Ray" ist Swing, mit einem Good-Ole-Times-Banjo und klingt fast wie ein Charleston. Vollkommen unnötig ist "The Sadest Thing I Know": Ein Crooner, bei dem Steve Perry auf Nina Simone macht (Bauchschmerz, s.o.).-
Stefan: Sehr experimentell, facettenreich und unglaublich... unnütz!