


Nach der Band "Fruit" spielte
um 13.40 Uhr die neue Hoffnung des deutschen Punk (Part 1):
Die Donots, bei denen sich die ersten Crowdsurfer auf den Händen der
Menge tragen lassen.
Das Quintett der Donots wird vertreten durch Ingo (v) und Alex (g), die
nach diesem Gig mit mir sprachen.-
Die Donots
Sänger Ingo definiert den Sound der Donots als Emo-Punk. Man stellt
den Nettigkeiten des kalifornischen Punkrocks des heutigen Abends ausreichende
Härte entgegen, und spielt live auch viel dreckiger als auf dem Album
"Better Days Not Included".
Eine erste Veröffentlichung des Songs "You Cannot"
auf dem VISIONS-Sampler "The New, the Classic & the Unexplored
4" zeigte früh das Talent der Band. Mittlerweile sind sie bei
GUN gesignt und werden auf dem Bizarre-Festival am 22. August auftreten,
wo sie im letzten Jahr zum Sieger der Sessionsbühne gewählt wurden.
So berichtet auch Shouter Ingo nach dem Auftritt sehr zufrieden von ihrem
neuen Album.
Die Platte
Ingo: Unser Album heißt "Better Days Not Included"
und aufgenommen haben wir es in Spanien. Da waren wir mit Uwe Hoffman, dem
Produzenten von den Ärzten. Den ganzen März lang, nur mit mehr
Palmen, mehr Leuten, die spanisch sprechen und Cerveza ! Unser Stil ist
eine Art Emo-Punk.
Wir klauen die besten Riffs unserer Plattensammlung zusammen, da gibt es
Emo-Core-Platten und eine hohe Punk-Quote. File under: "Dein Lieblingsalbum".
Alex: Genau. Wir haben die Energie des Punk, nur mit einer hohen
emotionalen Komponente. Ibbenbüren - und was es aus den Donots gemacht
hat Ingo: Ibbenbüren ist ein Kaff zwischen Münster und Osnabrück
und hat ungefähr 50.000 Einwohner, und wenn man den Inzestausschuß
mitrechnet, etwa 60.000. In Ibbenbüren fahren alle Mofa, haben Metal-Matten,
so wie ich damals. Wenn man ein Visum bekommt und es geschafft hat, rauszukommen,
dann trennt sich die Spreu vom Weizen und man hat die Chance, noch sozialisiert
zu werden.
Codename: The Do-Nots
Alex: Erst mal danke, daß Du uns richtig aussprichst. Die anderen
sagen immer Donuts. Erklären wird es aber Ingo.
Ingo: Warum ich immer ? Also vor fünf Jahren sind wir, noch
in anderer Besetzung, rumgekrebst als orginellste Schülerband und haben
nach einem Namen gesucht. Unser Bassist hat damals Die Simpsons geguckt
und da kamen diese Schmalzkringel drin vor. Er hat dann den ganzen Tag Logos
gemalt, kam dann ganz stolz in den Proberaum und meinte, daß wir uns
Donots nennen sollten, mit zwei O ! Das fanden wir sehr witzig. To do not,
spanisch für nichts Nichtstun, also die Nichtstuer !
Die offizielle Hymne für die Snowboardmeisterschaft
Im Presseinfo der Rock am See-Website erklärten die Donots, die Hymne
für die Snowboard-Weltmeisterschaft "Lords Of The Boards"
geschrieben zu haben. Da hake ich nach. Alex pfeift ganz unschuldig ein
Liedchen. Na, waren das nicht die anderen, die Band mit der Frau ?
Ingo dazu: Guano Apes ? Das ist unser Side-Project, wo meine
Mutter singt.
Wenn ihr die Weltherrschaft übernehmen würdet:
Ingo: ... dann wäre unsere allererste politische Entscheidung, daß in jedem Haushalt eine Donots-Platte stehen muß, pro Familienmitglied. Und die muß dann auch drei Stunden gehört werden; wer dies nicht befolgt, der habe Glück gehabt, meint Ingo. Aber ganz ernsthaft werden sie sich für Vegetarismus einsetzen.

The Donots & The Punk
Die Donots sind auch bekennende Social Distortion-Fans (besonders Guido),
die neue Scheibe von Mike Ness "Cheating
At Solitaire" läuft oft im Bully der Donots. Ingo dazu: Wenn
ich mehr Punkrocker und nicht so ein katholisches Muttersöhnchen wäre,
würde ich mich auch total von Kopf bis Fuß tätowieren lassen
und Pomade ins Haar schmieren. Ich freue mich auch schon auf die nächste
Social D-Platte.
Wird Euer Sound in Zukunft härter oder netter?
Ingo: Ernsthafter. Am Anfang wirst Du immer in diese Fat Wreck Chords-
und Epitaph-Schiene reingedrängt, aber das Ganze wird bei uns mitlerweile
erdiger und rockiger, da bin ganz froh drüber, das hat mehr Substanz.
Aus der PC-Debatte halten sie sich heraus, denn dort geht es oft darum, wer
die besseren Phrasen dreschen kann. Dennoch seien die Donots nicht so sehr
p.c., so ein gut aufgelegter Ingo. Dieses Interview hat mit Abstand den meisten
Spaß an diesem Tag gemacht.
Thanx, Donots ....